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Jungfrau über Innerer Rottalgrat

· 2 Bewertungen · Hochtour · Schweiz
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You Love Mountains 
  • Foto: You Love Mountains, Community
m 4000 3000 2000 1000 12 10 8 6 4 2 km
Die Tour ist für erfahrene Bergsteiger die schon ähnliche Erfahrungen sammeln konnten und die entsprechende technische und konditionelle Erfahrung mitbringen eine perfekte Alternative zum Normalweg. Landschaftlich wunderschön und mit schöner Kletterei in atemberaubender Atmosphäre der Berner Alpen.
schwer
Strecke 13,5 km
15:00 h
3.600 hm
865 hm
4.158 hm
910 hm

Jungfrau über Innerer Rottalgrat

Ausgangspunkt Stechelberg (Hotelparkplatz/Campingplatz). Aufstieg zur Rottalhütte anfangs des Steigs ins Tal (Straße zweigt nach wenigen Metern rechts ab) und nach ca. 10min auf das kleine Schild "Rottal" achten (links auf den Pfad abzweigen). Hier steil aufsteigen und dem Pfad folgend bis zu einer Alm und weiter über Steigspuren und Weideflächen (Schafe/Ziegen). Am Weg gibt es einen Stein mit "1/2 Weg" und etwas später eine Abzweigung zur Silberhornhütte (Rottalweg führt weiter aufwärts). Der Weg ist nicht schwierig, die einzige Steilpassage ist kraftraubend, steil, aber mit einem Stahlseil versichert. Der Weg für den zweiten Tag sollte am Abend noch ausgekundschaftet werden (Steinmänner bis zum Wandfuß). Es sind für den nächtlichen Aufbruch Reflektoren für die Wegfindung durch den Wandaufschwung zum Grat angebracht.

Danach folgt man dem Grat zum Beginn der ersten Schwierigkeiten (Felspassagen). Ab hier auf die schwer erkennbaren roten Markierungen achten. Der Weg kreuzt mehrmals nach links in die Wände und folgt den Rissbändern zurück zum Grat. In der ersten steileren Passage sind teilweise Sicherungsstangen vorhanden. Zurück am Grat sieht man nun das erste Sicherungsseil. Diesem folgend bis zu dessen Ende (zweites Seil in Sicht), danach kommt die orientierungstechnische Schlüsselstelle: Der Rampe links/gerade folgend hinauf bis man das zweite Seil "gefühlt" auf gleicher Höhe hat und dann erst zum Seil queren (zwei kurze Steilaufschwünge ca. II). Die mit dem Seil versicherte Stelle ist leicht überhängend und mit schwerem Rucksack kurz sehr kraftraubend. Nach dem Seil kommt die klettertechnische Schlüsselstelle (links haltend) bei einem ca. 3m Aufschwung (III+) zum Grat.

Ab hier ist der Grat sehr brüchig, es sind jedoch nur noch wenige Meter zum Hochfirn-Gletscherfeld (leicht links aber möglichst am Grat aufsteigend). Ab diesem mit Steigeisen entweder direkt nach dem Firngrat über eine der Rinnen zum Fels und über diesen mit Steigeisen kurz zum oberen Gletscherfeld oder (leichter aber riskanter) unter dem Eisabbruch durch die Spaltenzone nach links und den flacheren Firnrücken hinauf. Ab hier sieht man bereits den Gipfel und steigt auf diesem rechts neben dem Gipfelkreuz über die Firnwand und letzte Felsen (unschwierig).

Der Abstieg ist fast eine eigene Tour: Je nach Bedingungen durch den Schnee rechtshaltend oder über Felsen nahe den Sicherungsstangen absteigen bis kurz vor dem Rottalsattel und hier den Hang queren. Am Sattel über die Wechte absteigen und nach kurzem Abstieg unter dem Rottalhorn queren. Hier 1. auf die Spalten achten und noch entscheidender: Vom Rottalhorn gehen nordseitig je nach Schneelage immer wieder Nassschnee/Triebschnee/Eislawinen ab. Auf Grund des zu querenden Hangs reicht eine ganz kleine Lawine bereits für einen Absturz in das darunterliegende Gletscherkar (teilweise überhänged mit freiem Fall).

Nach der Querung ist man in der "sicheren Zone". Nun bis zum Rottalsporn dem Firn folgend und hier südseitig relativ nahe neben dem südlichen Firnfeld über die Felsen absteigen (anfangs kleine Steinmänner, danach Wegspuren). Nach kleineren Klettereien Richtung Osten über das Band zum Regenmesser queren und unter diesem absteigen zum Gletscher (Achtung: Große Randkluft), davor bereits steiler Eishang (anseilen, Steigeisen, evnt. Eisschraube am Beginn setzen).

Nach der Randkluft auf den Gletscher und etwas absteigen bis man unter der Spaltenzone angekommen ist, danach Richtung Jungfraujoch queren. Wer weiterfolgende Touren plant, wird dem Weg zur Mönchsjochhütte folgen. Es ist auch ein Abstieg zur Konkordiahütte möglich, aber Achtung auf die Spaltenzonen (Spalten ganzjährig verdeckt, jedoch sehr groß).

Den vollständigen Bericht findest du hier >>

Schwierigkeit
III+, 45°, AD+ schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
4.158 m
Tiefster Punkt
910 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Seillänge
1 x 55 m

Wegearten

Asphalt 0,01%Naturweg 3,96%Pfad 59,36%Unbekannt 36,65%
Asphalt
0 km
Naturweg
0,5 km
Pfad
8 km
Unbekannt
5 km
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Weitere Infos und Links

https://www.youlovemountains.com/jungfrau-ueber-innerer-rottalgrat-schweiz-berner-alpen/

Start

Stechelberg (910 m)
Koordinaten:
SwissGrid
2'635'598E 1'154'959N
DD
46.544973, 7.902747
GMS
46°32'41.9"N 7°54'09.9"E
UTM
32T 415875 5155185
w3w 
///anschlossen.schlosser.vermehrung
Auf Karte anzeigen

Ziel

Mönchsjochhütte

Wegbeschreibung

Den vollständigen Bericht findest du hier >>

Tag 1 – vom Parkplatz Hotel Stechelberg zur Rottalhütte

Man geht vom Parkplatz nach rechts weiter hinein in das Tal zuerst auf einem asphaltierten Weg, bis nach circa 10 Minuten ein hölzernes Schild mit „Rottal“ auftaucht, dass die Abzweigung auf einen Steig nach links hinauf markiert.

Von jetzt an geht es steil bergauf zuerst noch im Wald, bald aber schon in der prallen Sonne (Sonnenschutz und genug zu trinken einpacken). Der Weg ist rotweiß markiert und immer eindeutig vorgegeben. Es geht über eine Alm und Weideflächen mit Schafen und Ziegen immer weiter hinauf. Vor der Halbzeit kommt man auch noch an einer kleinen Quelle vorbei, man sieht aber nur das Trinkgefäß (siehe Bilder).

Die Hälfte des Weges ist mit einem Stein markiert wo „1/2 Weg“ draufsteht. Diese Anmerkung stimmt relativ genau, wobei nun die Schwierigkeiten zunehmen. Ein bisschen nach dieser Markierung gibt es eine Abzweigung zur Silberhornhütte, diese ist genau ausgewiesen und man folgt nun einfach den blauweisen Markierungen weiter hinauf. Die „Schlüsselstelle“ der Tour ist ein ziemlich langer Felsaufschwung der mit einem Drahtseil gesichert ist. Man braucht kein Klettersteigset, aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich, da dieser Aufschwung relativ steil ist!

Danach geht es wieder einfacher weiter, ein Stein weist einen darauf hin, dass man noch ungefähr eine Stunde bis zur Hütte braucht (auch diese Markierung ist relativ genau). Erst kurz vor dem Ziel erblickt man erst die Hütte. Von da an sind es noch circa 15 Minuten, die man zuerst über Felsen quert, dann in unserem Feld ein Altschneefeld quert (oder alternativ dieses darunter umgeht) und einen letzten drahtseilgesicherten Aufschwung zur Hütte überwindet. Dann hat man den 1800Hm und circa 5 Stunden dauernden Anstieg auf die Rottalhütte auf circa 2700m geschafft J

Wir waren um 15 Uhr Mutterseelenallein auf der Hütte (sie ist nicht bewirtschaftet, daher keine Reservierung möglich!) und haben dann noch den weiteren Aufstiegsweg erkundet. Dieser führt wenn man vor der Hütte steht links nach hinten vorbei und ist mit Marienkäfer, Reflektoren (gut für die Wegfindung in der Dunkelheit) und Steinmännchen markiert.

Tag 2 – Von der Rottalhütte auf den Gipfel der Jungfrau (über Innerer Rottalgrat)

Wir folgen den am Tag zuvor bereits ausgekundschafteten Weg nach hinten und dann links zu den Felsen. In einer leichten Kletterei (ca. II) überwindet man den ersten Felsaufschwung. Danach folgt man dem Grat zum Beginn der ersten Schwierigkeiten (Felspassagen). Bis hierher ist der Weg weiterhin mit Marienkäfern und Steinmännchen markiert. Ab dem Einstieg sind öfter rote Streifen als Markierungen vorhanden (genau schauen, sie sind nicht immer sofort zu sehen). Der Weg kreuzt mehrmals nach links in die Wände und folgt den Rissbändern zurück zum Grat. In der ersten steileren Passage sind teilweise Sicherungsstangen vorhanden. Hat man diese überwinden sieht man zurück am Grat, wenn man über den Sattel geht (hier liegt oft noch lange Schnee), das erste Sicherungsseil. Diesem folgend geht man bis zu dessen Ende wo bereits das zweite Seil in Sicht ist.

Danach kommt die orientierungstechnische Schlüsselstelle: Der Rampe links, bzw. gerade folgend hinauf bis man das zweite Seil "gefühlt" auf gleicher Höhe hat und dann erst zum Seil queren (zwei kurze Steilaufschwünge ca. II). Die mit dem Seil versicherte Stelle ist leicht überhängend und mit schwerem Rucksack kurz sehr kraftraubend. Nach dem Seil kommt die klettertechnische Schlüsselstelle (links haltend) bei einem ca. 3m Aufschwung (III+) zum Grat. Ab hier ist der Grat sehr brüchig, es sind jedoch nur noch wenige Meter zum Hochfirn-Gletscherfeld.

Vor dem Firnfeld müssen meistens die Steigeisen angezogen werden, was durch die Steilheit erschwert. Mit Steigeisen dann entweder direkt nach dem Firngrat über eine der Rinnen zum Fels und über diesen mit Steigeisen kurz zum oberen Gletscherfeld oder (leichter aber riskanter) unter dem Eisabbruch durch die Spaltenzone nach links und den flacheren Firnrücken hinauf. Ab hier sieht man bereits den Gipfel und steigt auf diesem rechts neben dem Gipfelkreuz über die Firnwand und letzte Felsen (unschwierig) hinauf.

Der Abstieg

Der Abstieg ist fast eine eigene Tour und dauert noch einmal so lange wie der Aufstieg (circa 4,5 Stunden). Je nach Bedingungen hält man sich rechts und geht über den Schnee oder über die Felsen mit vorhandenen Sicherungsstangen. Der Weg ist sehr steil, daher sollte auch bei gutem Trittschnee teilweise mit den Stangen gesichert werden. Am Rottalsattel muss man dann den steilen Hang queren und dann am Sattel über eine Wechte absteigen (hier wird es noch einmal steiler und wir sind rückwärts abgestiegen, während der andere mit Pickel gesichert hat). Nach dem kurzen, aber steilen Abstieg muss unten noch ein Hang am Rottalhorn gequert werden. Hier erstens auf die Spalten achten und zweitens gehen vom Rottalhorn nordseitig je nach Schneelage immer wieder Lawinen ab – daher schnell sein, bzw. so früh wie möglich diese Stelle queren, da mit der Tageszeit die Wahrscheinlichkeit für Lawinen steigt.

Nach der Querung ist man in der "sicheren Zone". Nun bis zum Rottalsporn dem Firn folgend und hier südseitig (in Abstiegsrichtung rechts) relativ nahe neben dem südlichen Firnfeld über die Felsen absteigen (anfangs kleine Steinmänner, danach Wegspuren). Man steigt zuerst mit kleineren Klettereien hinab und wendet sich dann Richtung Osten (in Abstiegsrichtung links) über das Band zum Regenmesser. Unter diesem steigt man dann weiter links haltend zum Gletscher ab. Achtung: Hier gibt es noch einen steilen Hang zu queren (Anseilen, Steigeisen anziehen und eventuell vor der Querung eine Eisschraube setzen) und eine große Randkluft zu überwinden. Nach der Randkluft geht es auf den Gletscher, wo man etwas absteigt bis man unter der Spaltenzone angekommen ist, danach quert man Richtung Jungfraujoch, welches jetzt schon ganz nah ist. Wer weiterfolgende Touren plant, wird dem Weg zur Mönchsjochhütte folgen. Es ist auch ein Abstieg zur Konkordiahütte möglich, aber dieser ist noch sehr lang und weist eine heikle Spaltenzone auf (Spalten ganzjährig verdeckt, jedoch sehr groß).

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Koordinaten

SwissGrid
2'635'598E 1'154'959N
DD
46.544973, 7.902747
GMS
46°32'41.9"N 7°54'09.9"E
UTM
32T 415875 5155185
w3w 
///anschlossen.schlosser.vermehrung
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Bewertungen

5,0
(2)
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Jan Liechti
12.07.2022 · Community
Julian Adolphs 
23.07.2019 · Community
Sehr schöne, lange, einsame Tour. Wenn man die Tour nicht kennt, gibt es einige Stellen, wo man sich etwas verzetteln und Zeit verlieren kann. Wir sind um 4:00 an der Hütte los und waren erst um 13h am Gipfel, was den Abstieg sehr versulzt und erschwert hat. Im unteren Bereich gab es eine fiese dünne Eisschicht auf dem Fels, obwohl die Temperatur nachts nicht unter null war (Nordseite halt). Ich würde eine ausreichende Höhenanpassung vorher empfehlen, war bei mir nicht ganz optimal.
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Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
III+, 45°, AD+ schwer
Strecke
13,5 km
Dauer
15:00 h
Aufstieg
3.600 hm
Abstieg
865 hm
Höchster Punkt
4.158 hm
Tiefster Punkt
910 hm
Gipfel-Tour Grat Überschreitung

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