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Hochtour empfohlene Tour

Eiger über Mittellegigrat

· 3 Bewertungen · Hochtour · Berner Alpen
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  • Bahnhof kleine Scheidegg
    Bahnhof kleine Scheidegg
    Foto: Martin Grießer, ÖAV Sektion Weyer
m 4400 4200 4000 3800 3600 3400 3200 3000 8 7 6 5 4 3 2 1 km Eiger Mönchsjochhütte Jungfraujoch Mittellegihütte
Eiger-Überschreitung über Mittellegigrat
schwer
Strecke 8,2 km
11:00 h
1.132 hm
813 hm
3.967 hm
3.139 hm
1. Tag - Hüttenanstieg: Von der Station Eismeer, in der man sich schon anseilt, durch den Stollen 4 hinab zum Stollenloch (Vorsicht, Rutschgefahr bei Vereisung!) und durch dieses auf den Challifirn. Der spaltenreiche Gletscher wird in nördliche Richtung (die Mittellegihütte als erstes Etappenziel ist schon sichtbar) traversiert, wobei man gut beraten ist, wegen der Steinschlaggefahr schnell Abstand zur Ostwand zu gewinnen. Über den Bergschrund gelangt man an den Fels – und zur Schlüsselstelle im Hüttenzustieg: Eine etwas nach rechts abdrängende Verschneidung mit sehr kleinen Tritten und Griffen erfordert Kletterei im Schwierigkeitsgrad IV- (UIAA). So wird ein Felsband erreicht – nun in absolut weglosem und teils brüchigem Gelände (Kletterstellen I bis II) auf Bändern (bisweilen erleichtern Pfeilmarkierungen die Routenfindung) zur eindrucksvoll auf einem Felssporn des Nordostgrats gelegenen Mittellegihütte (ca. 2 Stunden ab Station Eismeer).
2. Tag - Gipfelüberschreitung: Von der Mittellegihütte in anspruchsvollem Gehgelände über den anfangs flachen, aber schmalen Grat zum ersten Aufschwung. Nun beginnt die Kletterei (III, Bohrhaken). Auf diesem und weiteren Aufschwüngen (manchmal kurze Fixseile) hält man sich meist an der Kante. Von einem exponierten  Grataufschwung wird in eine Scharte abgeklettert oder abgeseilt (Vorsicht bei Vereisung!). Es folgt der große Turm, an dessen plattigem Fels dicke Taue das Emporkommen erleichtern – trotz der Fixseile muss in dieser Passage kräftig hingelangt werden. Danach wird der Mittellegigrat etwas moderater (II bis III), bis das gute Nerven erfordernde und keinen Fehltritt verzeihende Finale des Aufstiegs folgt: die 45 Grad steil nach rechts abfallende Firnschneide, die sich am Schluss mit dem Anstieg aus der Nordwand vereint und atemberaubende Tiefblicke erlaubt. Je nach Verhältnissen sind mit den Steigeisen kurze Felspassagen zu überklettern. In der oft hart gefrorenen Firnschneide verläuft die Route – unter Berücksichtigung von Wechten – direkt unterhalb des Grats, bis man nach rund 4 Stunden auf dem nicht als solchem markierten Gipfel steht.
Profilbild von Martin Grießer
Autor
Martin Grießer 
Aktualisierung: 10.08.2017
Schwierigkeit
IV-, 45° schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
3.967 m
Tiefster Punkt
3.139 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Standplätze
mit Bohrhaken

Wegearten

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Einkehrmöglichkeiten

Mönchsjochhütte

Sicherheitshinweise

Hochtour und Klettereien bis zum 4. Schwierigkeitsgrat. abseilen bis zu 25 m.

Weitere Infos und Links

Vom Gipfel Richtung Südwesten bis zur ersten Steilstufe (II bis III), an der man auch abseilen kann (Bohrhaken). In hochalpinem Gehgelände zu einem Felsturm, an dem zweimal je 25 Meter abgeseilt wird. Der weitere Abstieg ins nördliche Eigerjoch ist weniger schwierig. Hier beginnt der zackige, oft äußerst schmale Verbindungsart zum südlichen Eigerjoch. Das Auf und Ab am Verbindungsgrat in Firn, Eis und Fels erfordert immer wieder für einzelne Passagen den Einsatz von Pickel und Steigeisen. Die Route verläuft meist rechts vom Grat. Schlüsselstelle ist eine kurze Kletterei im IV. Grad am Fuß einer westseitigen Rinne, die hinauf zum höchsten Punkt (3770 m) des aus mehreren kleinen Aufschwüngen bestehenden Grats. Hier gilt es, beherzt einen luftigen Schritt nach rechts zu machen und dann die Rinne hinaufzuklettern. Der Rest der Tour ist einfach: Über Firn geht es ins südliche Eigerjoch, von dem aus man – den Mönch rechts stehen lassend und die herausspitzende Jungfrau anvisierend – nach links auf dem Gletscher Richtung Ewigschneefeld absteigt (Achtung, Spalten!). Ein letzter Gegenanstieg zur Mönchsjochhütte (3657 m), und schon ist die Zivilisation mit dem im Schnee abgesteckten Trampelpfad zum Jungfraujoch mit der Sphinx in Sicht (4 Stunden ab Gipfel). Mit der Jungfraubahn in knapp 2 Stunden zurück nach Grindelwald.

Charakter / Schwierigkeit: Unglaublich eindrucksvolle, schwierige Hochtour auf einen der berühmtesten Berge der Welt. Die Kombination aus Fels (anhaltend III, kurze Stellen IV) und Eis (bis 45 Grad) sowie die Höhe knapp unter der 4000-Meter-Marke erfordern ein hohes Maß an alpinistischem Können. Je nach Witterung (Neuschnee, Vereisung) können die Verhältnisse stark variieren. Neben den technischen Fertigkeiten sind entsprechende Kondition und eine Portion Nervenstärke gefragt. Die Zeit für die Überschreitung hängt maßgeblich davon ab, wie schnell (auch beim Start im Dunkeln) die Route gefunden sowie Standplätze und Zwischensicherungen eingerichtet werden. Wer unsicher ist und entsprechend mehr Aufwand betreibt, kann leicht auch deutlich mehr als 11 Stunden für die Überschreitung (ab Mittellegihütte) brauchen. Als gute Richtschnur erweist sich die IVer-Kletterstelle im Hüttenzustieg: Wer hier Probleme hat, sollte die Finger von der Eiger-Überschreitung lassen.

Start

Bahnhof Station Eismeer (3.139 m)
Koordinaten:
SwissGrid
2'643'939E 1'158'285N
DD
46.574400, 8.011810
GMS
46°34'27.8"N 8°00'42.5"E
UTM
32T 424277 5158344
w3w 
///floristin.anzusehen.wellental
Auf Karte anzeigen

Ziel

Station Jungfraujoch

Wegbeschreibung

Der Weg am ersten Tag führt über Gletschergebiet und anschließenden Felspassagen zur Mittellegihütte (Kletterei bis zum 4. Schwierigkeitsgrad in 2 Seillängen).

Der Mittellegigrat ist eine Felskletterei im 2-3. Grad. Oben vor dem Gipfel erreicht man das Gipfeleisfeld und muss mit Steigeisen Klettern (anm. im Sommer 2017 war es nahezu ohne Schneekontakt durchwegs im Fels zu klettern).

Beim Abstieg erreicht man das nördliche Eigerjoch mit Abseilen und Abklettern bis zum 3. Grad.

Im Gegenanstieg bis zum südlichen Eigerjoch befinden sich noch 2 Seillängen mit Kletterei im 4. Grad.

Anschließend geht man über den Gletrscher (Achtung Spaltengefahr und bei schlechter Sicht schwierige Orientierung) in Richtung Mönchsjochhütte und weiter zum Jungfraujoch.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Koordinaten

SwissGrid
2'643'939E 1'158'285N
DD
46.574400, 8.011810
GMS
46°34'27.8"N 8°00'42.5"E
UTM
32T 424277 5158344
w3w 
///floristin.anzusehen.wellental
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Bewertungen

5,0
(3)
Till Hauptmann 
10.08.2022 · Community
Herausragende Tour! Der Abstieg über die Eigerhörner zur Mönchsjochhütte ist sehr langwierig und anstrengend und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Wir benötigten von der Mittellegihütte zum Gipfel 3 Std. (schnelle Gangart, seilfrei) und zur Mönchsjochhütte nochmals 5 Std.
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Foto: Till Hauptmann, Community
Foto: Till Hauptmann, Community
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Fotos von anderen

+ 1

Bewertung
Schwierigkeit
IV-, 45° schwer
Strecke
8,2 km
Dauer
11:00 h
Aufstieg
1.132 hm
Abstieg
813 hm
Höchster Punkt
3.967 hm
Tiefster Punkt
3.139 hm
Gipfel-Tour Grat Überschreitung

Statistik

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Funktionen
2D 3D
Karten und Wege
  • 3 Wegpunkte
  • 3 Wegpunkte
Strecke  km
Dauer : h
Aufstieg  Hm
Abstieg  Hm
Höchster Punkt  Hm
Tiefster Punkt  Hm
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